vor einiger zeit habe ich darüber geschrieben, dass veränderungen oft viel zeit benötigen und dass das auch das wesen einer entwickelten demokratie sein muss. das strengt zwar an, aber es macht sinn. in meinem blogbeitrag von damals, schrieb ich davon, dass ich zusammen mit meinem kollegen klaus hermetschläger an einer reform der werkvertragsregelung arbeiten würde:
http://marcusarige.blogspot.co.at/2016/09/veranderung-braucht-zeit.html
jetzt scheint ein vorschlag am tisch zu liegen, der eine verbesserung der situation bringen soll, der mich aber weiterhin skeptisch sein lässt.
http://derstandard.at/2000043092889/Scheinselbststaendigkeit-soll-durch-Vorabpruefung-verhindert-werden
es ist ein erster schritt und sicherlich eine verbesserung des status qou, aber eine echte rechtssicherheit bringt das geplante gesetz noch immer nicht.
aus meiner sicht ignoriert dieser vorschlag, dass die allermeisten werkverträge / aufträge an subunternehmer mündlich vergeben werden und das zumeist sehr kurzfristig.
außerdem wird es weiterhin fälle geben, die aus sicht der prüfer anders gelebt wurden, als im fragebogen angegeben und dann wird man wieder dort stehen, wo man auch heute steht, selbst wenn die sva (im übrigen meldet die sva nicht selten fälle an die gkk, wenn man dort keine beiträge zahlt) mit am tisch sitzt.
was ich mich aber wirklich umtreibt, ist die frage, wie schnell wird man diesen bescheid erhalten? denn das ist ja für uns selbständige und unternehmer eine ganz wichtige frage! wenn es sinn machen soll, müsste das in einem bereich von 48 stunden liegen, ich habe aber meine zweifel daran, dass es so schnell gehen wird. vor allem dann nicht, wenn dieses instrument breit genutzt wird, wovon wohl die initiatoren selbst nicht ausgehen.
daher denke ich, dass meine arbeit in dieser frage noch nicht vorbei ist und wir weiterhin an einer echten rechtlichen absicherung arbeiten werden müssen.
wer sich die gesetze anschauen will, die in begutachtung gegangen sind, kann das hier tun:
https://drive.google.com/file/d/0B533GntOInCISEdveXJwT01qU3c/view?usp=sharing
https://drive.google.com/open?id=0B533GntOInCISTgxQ1VLb2R3cDg
https://drive.google.com/open?id=0B533GntOInCITXc1cms5VVVURU0
wer anmerkungen dazu hat, bzw. ergänzungen kann mir gerne schreiben, ich werde versuchen, dinge mit denen ich mich auch identifizieren kann, in die begutachtung einfließen zu lassen. bis zum 20.3.2017 hat man dafür zeit.
Montag, 13. März 2017
Dienstag, 31. Januar 2017
der wert meiner zeit
über die dringlichkeit eine debatte über den wert unserer dienstleistungen habe ich schon oft geschrieben und mit jedem jahr, das vergeht, wird die problematik größer.
nicht nur neue technolgien setzen uns zu, sondern auch kunden die sich immer schwerer tun, unsere dienstleitungen und umsetzungen richtig einzuschätzen bzw. fair zu bewerten. das dauerthema pitchkultur bzw. unkultur brennt dabei genau so sehr unter den fingernägeln, wie der allgemeine honorarverfall. nicht nur deshalb mache ich mich dafür stark, dass die fachgruppe werbung wien dazu eine umfassende aufklärungskampagne starten sollte.
aus meiner sicht dient das zwei wesentlichen zielen.
- es geht darum unsere kunden darüber aufzuklären, aus was unsere dienstleistungen bestehen und dass kreative arbeit einen wert hat.
- geht es darum, die eigene branche in ihrem selbstwert zu stärken und zugleich tools zur verfügung zu stellen, die die eigene arbeitsleistung sichtbar machen.
ein wesentlich punkt hierbei ist der faktor zeit, der viel zu oft unterschätzt wird.
ich habe daher selbst in meiner agentur damit begonnen, projekte zeitmäßig zu erfassen und habe verschiedene tätigkeiten mit stundensätzen versehen.
wenn man will könnte man aus dieser art von zeiterfassung schon eine rechnung erstellen, wenn man idee + copyrights der rechnung hinzufügt.
für mich ist es jedoch vor allem deswegen wichtig, um meinen kunden zu zeigen, wie viele stunden an einem projekt und sei es noch so klein, gearbeitet wurde und vor allem wie viele unterschiedliche dienstleistungen und personen das sind.
aber es hatte auch einen ungeheuren erzieherischen wert für uns / mich selbst. am ende des monats sieht man für sich selbst, was man wie geleistet hat und das sollte man nicht zu gering schätzen.
es gibt einige sehr gute oft webbasierte angebote, die auch teilweise über apps verfügen, die allesamt gut für epu und kmu geeignet sind. wir selbst arbeiten mit https://www.primaerp.com/de_de/, aber auch die unten stehenden lösungen sind gut geeignet.
wichtig ist es, sich am anfang eine struktur der eigenen arbeit vorzunehmen und dieser arbeit einen wert / stundensatz zuzuweisen. dann geht alles jeweils sehr schnell und die gesamtübersicht ist gegeben.
wer also schon lange darüber nachgedacht hat eine zeiterfassung zu installieren, dem empfehle ich folgende lösungen.
viel spaß beim durchklicken und erforschen.
https://letsfreckle.com/
https://www.rescuetime.com/
https://www.toggl.com/
https://zeitspeicher.arbeiterkammer.at/
https://www.getharvest.com/trello
https://mite.yo.lk
https://www.hourstimetracking.com
Montag, 10. Oktober 2016
welpen, die das wasser nicht halten können
es wird zeit über die unos zu reden. diese putzige pinke truppe, die im windschatten der neos in einigen fachgruppen bei der letzten wko wahl beachtliche erfolge erzielte. so auch bei uns in der fachgruppe werbung. 300 stimmen brachten 5 mandate.
damit erlangt man nicht nur aufmerksamkeit, man erwirbt sich damit auch das recht ernst genommen zu werden. zugleich jedoch gibt es zu anfang so etwas wie welpenschutz. das heißt, man gibt den kolleginnen und kollegen eine gewisse zeit, sich in den betrieb einzugewöhnen.
nach rund 1 1/2 jahren wird es zeit diesen welpenschutz zu beenden. denn außer wie ein kleines welpenrudel ohne anlass herum zu strullen, erfährt man wenig über inhalte und ideen, die diese fantastischen fünf für die branche hätten.
aber darum geht es auch nicht. es geht nicht um die branche und 10.000 kolleginnen und kollegen sondern um eine ganz einfache agenda.
die wko soll aufgelöst werden, der zwang unter dem wir alle angeblich leiden, soll beendet werden.
ich kann viele kritiken an der wko verstehen, ich kritisiere sie auch stark, aber ich bin bis jetzt noch davon überzeugt, dass wenn es sie nicht mehr in dieser form geben würde, vor allem die vielen epu und kmu verlieren würden.
wer würde denn dann ihre interessen vertreten? darum ist dieses begehren nichts anderes als eine hidden agenda. es geht darum die wko zu zerschlagen, damit sie wieder zu einer echten klientelvertretung von ein paar wenigen einflussreichen und wohlhabenden betrieben werden kann. das wiederum ist unredlich. genau so unredlich ist es, einen budgetvoranschlag mit fadenscheinigen argumenten abzulehnen und uns sogar verschwendungssucht vorzuwerfen.
das erinnert wieder an das welpenrudel, das herum läuft und unkontrolliert herum strullt.
zwei beispiele dafür:
1. team werbung wien und grüne wirtschaft haben sich darauf verständigt, dass wir eine breit angelegte kampagne gegen den preis- und honorarverfall in unserer branche brauchen. dazu gehören zb. auch honorarerhebungen und eine publikation wie diese hier - rotstift.
dafür haben wir rund 250.000 euro vorreserviert. das muss man für einen budgetvoranschlag so tun, das heißt aber nicht, dass das geld auch in dieser höhe ausgegeben wird und schon gar nicht heißt es, dass das eine imagekampagne für einzelne personen werden soll. wer so denkt, der offenbart nur seinen eigenen charakter. wie der schelm denkt, so ist er.
2. genehmigung des budgets für den tag der marktkommunikation.
im mai wurde ein erstes budget freigegeben mit der option aufzustocken, wenn das programm und das konzept der veranstaltung stehen würden. ich fand das fair, weil man ja wissen will, wofür man das geld für die mitglieder ausgibt.
doch auch in diesem fall ging es nicht um fakten, sondern nur darum gemeinsame sache mit dem wirtschaftsbund zu machen. also wurde gegen ein programm und eine veranstaltung gestimmt, dessen teil man ist, da man selbst in person des fraktionsvorsitzenden der unos christian führer bei einem panel auf der bühne sitzt. man stimmt also quasi gegen sich selbst. dafür muss man schon sehr schizophren sein, aber in dieser disziplin sind unsere freunde von den unos weltmeister.
im übrigen haben unos und wirtschaftsbund ein budget abgelehnt, das zum zweiten mal senkungen von mitgliedsbeiträgen vorsieht. nach der senkung der grundumlage im letzten jahr, haben wir diesmal eine streichung der nebengebühren vorgesehen. ich habe nicht vor, mich für solche konzepte zu entschuldigen.
umgekehrt ist es leider so, dass in 1 1/2 jahren keine einzige branchenrelevante idee von den unos kam. so ist das eben, wenn man eine monothematische vereinigung ist.
auch das wäre nicht so schlimm, wenn man sich zumindest bei der erarbeitung der aktuellen themen beteiligen würde. aber auch hier gilt: fehlanzeige.
wenn es ums arbeiten geht, dann glänzt man mit abwesenheit.
zum ersten mal seit jahren agiert die fachgruppe werbung so, wie sie agieren soll. wir versuchen auf die gesetzgebung einzuwirken zb. abschaffung der vergnügungssteuer, wir machen innerhalb der wko druck für eine moderne gewerbeordnung zb. die reduktion von 14 auf 2 gewerbescheine, wir setzen die ausbildungseminare neu auf und führen z.b das format der webinare ein, wir haben ein komplett neues konzept für neugründer aufgesetzt zb. mit einem videoblog der tausendfach gesehen wird. usw. usw.
das alles in etwas mehr als einem jahr. umgesetzt von kolleginnen und kollegen, die das im ehrenamt tun.
und ja einiges davon kostet auch geld und wir haben uns dazu verpflichtet, dass wir faire angemessene honorare bezahlen, um damit als vorbild für die branche zu gelten. dass das ein paar neoliberalen aufsteigern und ihren schwarzen freunden nicht gefällt, damit kann ich ganz gut leben.
p.s. eigentlich wollte ich einen blogbeitrag über sinnvolle webbasierte zeiterfassungssysteme als grundlage für die eigenen honorare schreiben, aber dann kamen die pinken.
damit erlangt man nicht nur aufmerksamkeit, man erwirbt sich damit auch das recht ernst genommen zu werden. zugleich jedoch gibt es zu anfang so etwas wie welpenschutz. das heißt, man gibt den kolleginnen und kollegen eine gewisse zeit, sich in den betrieb einzugewöhnen.
nach rund 1 1/2 jahren wird es zeit diesen welpenschutz zu beenden. denn außer wie ein kleines welpenrudel ohne anlass herum zu strullen, erfährt man wenig über inhalte und ideen, die diese fantastischen fünf für die branche hätten.
aber darum geht es auch nicht. es geht nicht um die branche und 10.000 kolleginnen und kollegen sondern um eine ganz einfache agenda.
die wko soll aufgelöst werden, der zwang unter dem wir alle angeblich leiden, soll beendet werden.
ich kann viele kritiken an der wko verstehen, ich kritisiere sie auch stark, aber ich bin bis jetzt noch davon überzeugt, dass wenn es sie nicht mehr in dieser form geben würde, vor allem die vielen epu und kmu verlieren würden.
wer würde denn dann ihre interessen vertreten? darum ist dieses begehren nichts anderes als eine hidden agenda. es geht darum die wko zu zerschlagen, damit sie wieder zu einer echten klientelvertretung von ein paar wenigen einflussreichen und wohlhabenden betrieben werden kann. das wiederum ist unredlich. genau so unredlich ist es, einen budgetvoranschlag mit fadenscheinigen argumenten abzulehnen und uns sogar verschwendungssucht vorzuwerfen.
das erinnert wieder an das welpenrudel, das herum läuft und unkontrolliert herum strullt.
zwei beispiele dafür:
1. team werbung wien und grüne wirtschaft haben sich darauf verständigt, dass wir eine breit angelegte kampagne gegen den preis- und honorarverfall in unserer branche brauchen. dazu gehören zb. auch honorarerhebungen und eine publikation wie diese hier - rotstift.
dafür haben wir rund 250.000 euro vorreserviert. das muss man für einen budgetvoranschlag so tun, das heißt aber nicht, dass das geld auch in dieser höhe ausgegeben wird und schon gar nicht heißt es, dass das eine imagekampagne für einzelne personen werden soll. wer so denkt, der offenbart nur seinen eigenen charakter. wie der schelm denkt, so ist er.
2. genehmigung des budgets für den tag der marktkommunikation.
im mai wurde ein erstes budget freigegeben mit der option aufzustocken, wenn das programm und das konzept der veranstaltung stehen würden. ich fand das fair, weil man ja wissen will, wofür man das geld für die mitglieder ausgibt.
doch auch in diesem fall ging es nicht um fakten, sondern nur darum gemeinsame sache mit dem wirtschaftsbund zu machen. also wurde gegen ein programm und eine veranstaltung gestimmt, dessen teil man ist, da man selbst in person des fraktionsvorsitzenden der unos christian führer bei einem panel auf der bühne sitzt. man stimmt also quasi gegen sich selbst. dafür muss man schon sehr schizophren sein, aber in dieser disziplin sind unsere freunde von den unos weltmeister.
im übrigen haben unos und wirtschaftsbund ein budget abgelehnt, das zum zweiten mal senkungen von mitgliedsbeiträgen vorsieht. nach der senkung der grundumlage im letzten jahr, haben wir diesmal eine streichung der nebengebühren vorgesehen. ich habe nicht vor, mich für solche konzepte zu entschuldigen.
umgekehrt ist es leider so, dass in 1 1/2 jahren keine einzige branchenrelevante idee von den unos kam. so ist das eben, wenn man eine monothematische vereinigung ist.
auch das wäre nicht so schlimm, wenn man sich zumindest bei der erarbeitung der aktuellen themen beteiligen würde. aber auch hier gilt: fehlanzeige.
wenn es ums arbeiten geht, dann glänzt man mit abwesenheit.
zum ersten mal seit jahren agiert die fachgruppe werbung so, wie sie agieren soll. wir versuchen auf die gesetzgebung einzuwirken zb. abschaffung der vergnügungssteuer, wir machen innerhalb der wko druck für eine moderne gewerbeordnung zb. die reduktion von 14 auf 2 gewerbescheine, wir setzen die ausbildungseminare neu auf und führen z.b das format der webinare ein, wir haben ein komplett neues konzept für neugründer aufgesetzt zb. mit einem videoblog der tausendfach gesehen wird. usw. usw.
das alles in etwas mehr als einem jahr. umgesetzt von kolleginnen und kollegen, die das im ehrenamt tun.
und ja einiges davon kostet auch geld und wir haben uns dazu verpflichtet, dass wir faire angemessene honorare bezahlen, um damit als vorbild für die branche zu gelten. dass das ein paar neoliberalen aufsteigern und ihren schwarzen freunden nicht gefällt, damit kann ich ganz gut leben.
p.s. eigentlich wollte ich einen blogbeitrag über sinnvolle webbasierte zeiterfassungssysteme als grundlage für die eigenen honorare schreiben, aber dann kamen die pinken.
Donnerstag, 15. September 2016
veränderung braucht zeit
nachdem ich seit längerem nichts mehr geschrieben habe, könnte man den eindruck gewinnen, ich wäre untätig, aber ich darf versichern, dem ist nicht so.
vielmehr bin ich die mühlen von verhandlungen geraten, die allesamt sehr viel zeit beanspruchen und immer nur ganz kleine fortschritte bringen. mühsam aber so ist das eben.
man muss sich entscheiden, was man will. das große ding, das nie kommen wird oder viele kleine veränderungen, auch wenn man rückschläge hinnehmen muss.
ich habe mich für zweiteres entschieden. wenn man das tut, erkennt man erst, wie schwierig selbst relativ einfache sinnvolle verbesserungen zu erreichen sind. weil es fast immer um den interessenausgleich geht. jenen die ich vertrete möchte, selbständige und unternehmer aus der werbebranche oder ganz allgemein epu und kmu, stehen auf der anderen seite arbeitnehmer oder großkonzerne gegenüber. es wäre vermessen zu behaupten, ihre anliegen wären a priori weniger wichtiger. also braucht es viele viele gespräche und gute argumente, um bewegung in verhandlungen zu bringen.
konkret kann ich das für zwei sehr unterschiedliche anliegen beschreiben.
seit mehr als einem jahr verhandeln mein kollege klaus hermetschläger und ich auf unterschiedlichen ebenen mit unterschiedlichen institutionen (gebietskrankenkassen, arbeiterkammer, gewerkschaft, sozialministerium, usw.), um dieses leidige thema fair und nachvollziehbar neu zu regeln. mir geht es dabei vor allem darum, dass wir die veränderte arbeitswelt anerkennen müssen und nicht die vielen epu und kmu mit einem bein im kriminal stehen lassen, wenn sie ein anderes epu als subunternehmer beschäftigen. wobei dabei ein klassischer werkvertrag gar nicht abgeschlossen wird. schon dieses vermitteln der neuen umstände brauchte zeit. zugleich war uns aber auch wichtig, dass wir zum prinzip der sozialversicherungspflichtigen arbeitsplätze stehen. es kann keine lösung sein, menschen aus der anstellung in die selbständigkeit zu drängen, um damit abgaben und arbeitsrechtliche verpflichtungen zu umgehen. das betrifft auch den bereich der kreativwirtschaft, der am stärksten von diesen umwälzungen betroffen ist. zwischenzeitlich hat es eine sozialpartnereinigung in einem teilbereich gegeben, die aus meiner sicht jedoch nicht die lösung des problems darstellen wird. es ist, um es höflich zu umschreiben, eine sehr österreichische lösung.
wir werden also weiter aktiv bleiben.
gestern (14.9.2016) wurde von frau vizebürgermeisterin brauner verkündet, dass diese mit 1.1.2017 in wien geschichte sein wird. das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. diese abschaffung einer steuer, die zum schluss "nur noch" 4,5 mio euro im jahr brachte, ist eine erhebliche entlastung für viele kleinere veranstalter und die wiener clubszene, die das mehr als gut gebrauchen können. zudem ist es eine nicht unerhebliche entbürokratisierung.
dieser abschaffung der vergnügungssteuer ging jedoch ein zähes ringen voraus. maßgeblich waren vor allem mitglieder des team werbung wien daran beteiligt. konkret michael palliardi und bernhard tobola. beide sind selbst veranstalter und in der wiener szene gut vernetzt. die problemstellungen waren ihnen also wohl bewusst, darum war es auch eines unserer themen im wko wahlkampf und gleich nach der wiener landtagswahl brachten wir das thema auf die agenda. eine entsprechende arbeitsgruppe wurde von uns mit inhalten unterstützt. zugleich brachten wir am landesparteitag der spö einen entsprechenden antrag ein, der auch einstimmig angenommen wurde. ab diesem zeitpunkt entdeckten auch andere fraktionen das thema neu. trittbrettfahrer gibt es immer, damit muss man leben. dennoch dauerte rund weitere 5 monate bis man endlich das positive ergebnis verkünden konnte.
was will ich damit eigentlich sagen. vieles braucht zeit. oftmals dauert es mir viel zu lange. die alternative dazu wäre aber nur entnervt aufzugeben und mögliche lösungen so überhaupt nicht möglich zu machen. das problem ist nur, dass man das große wie das kleine kaum über einen so langen zeitraum vermitteln kann. wir haben allesamt verlernt geduldig zu sein und auch kleine fortschritte zu schätzen. alleine in den sozialen medien werden täglich mehrere hundert säue durch die dörfer getrieben.
wenn nun jemand bis hierher gelesen hat und sich überlegt vielleicht auch einen beitrag leisten zu wollen, dem / der möchte ich dieses projekt ans herz legen VISIONEN2025.
mit diesem onlinetool wollen wir versuchen ideen und konzepte für die wirtschaft von morgen und übermorgen zu sammeln, ohne auf das heute zu vergessen. es funktioniert denkbar einfach und ist ein angebot sich niedrigschwellig zu beteiligen.
wir werden sehen wohin das führen wird.
vielmehr bin ich die mühlen von verhandlungen geraten, die allesamt sehr viel zeit beanspruchen und immer nur ganz kleine fortschritte bringen. mühsam aber so ist das eben.
man muss sich entscheiden, was man will. das große ding, das nie kommen wird oder viele kleine veränderungen, auch wenn man rückschläge hinnehmen muss.
ich habe mich für zweiteres entschieden. wenn man das tut, erkennt man erst, wie schwierig selbst relativ einfache sinnvolle verbesserungen zu erreichen sind. weil es fast immer um den interessenausgleich geht. jenen die ich vertrete möchte, selbständige und unternehmer aus der werbebranche oder ganz allgemein epu und kmu, stehen auf der anderen seite arbeitnehmer oder großkonzerne gegenüber. es wäre vermessen zu behaupten, ihre anliegen wären a priori weniger wichtiger. also braucht es viele viele gespräche und gute argumente, um bewegung in verhandlungen zu bringen.
konkret kann ich das für zwei sehr unterschiedliche anliegen beschreiben.
1. werkvertrag / scheinselbständigkeit
seit mehr als einem jahr verhandeln mein kollege klaus hermetschläger und ich auf unterschiedlichen ebenen mit unterschiedlichen institutionen (gebietskrankenkassen, arbeiterkammer, gewerkschaft, sozialministerium, usw.), um dieses leidige thema fair und nachvollziehbar neu zu regeln. mir geht es dabei vor allem darum, dass wir die veränderte arbeitswelt anerkennen müssen und nicht die vielen epu und kmu mit einem bein im kriminal stehen lassen, wenn sie ein anderes epu als subunternehmer beschäftigen. wobei dabei ein klassischer werkvertrag gar nicht abgeschlossen wird. schon dieses vermitteln der neuen umstände brauchte zeit. zugleich war uns aber auch wichtig, dass wir zum prinzip der sozialversicherungspflichtigen arbeitsplätze stehen. es kann keine lösung sein, menschen aus der anstellung in die selbständigkeit zu drängen, um damit abgaben und arbeitsrechtliche verpflichtungen zu umgehen. das betrifft auch den bereich der kreativwirtschaft, der am stärksten von diesen umwälzungen betroffen ist. zwischenzeitlich hat es eine sozialpartnereinigung in einem teilbereich gegeben, die aus meiner sicht jedoch nicht die lösung des problems darstellen wird. es ist, um es höflich zu umschreiben, eine sehr österreichische lösung.wir werden also weiter aktiv bleiben.
2. die vergnügungssteuer
gestern (14.9.2016) wurde von frau vizebürgermeisterin brauner verkündet, dass diese mit 1.1.2017 in wien geschichte sein wird. das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. diese abschaffung einer steuer, die zum schluss "nur noch" 4,5 mio euro im jahr brachte, ist eine erhebliche entlastung für viele kleinere veranstalter und die wiener clubszene, die das mehr als gut gebrauchen können. zudem ist es eine nicht unerhebliche entbürokratisierung.dieser abschaffung der vergnügungssteuer ging jedoch ein zähes ringen voraus. maßgeblich waren vor allem mitglieder des team werbung wien daran beteiligt. konkret michael palliardi und bernhard tobola. beide sind selbst veranstalter und in der wiener szene gut vernetzt. die problemstellungen waren ihnen also wohl bewusst, darum war es auch eines unserer themen im wko wahlkampf und gleich nach der wiener landtagswahl brachten wir das thema auf die agenda. eine entsprechende arbeitsgruppe wurde von uns mit inhalten unterstützt. zugleich brachten wir am landesparteitag der spö einen entsprechenden antrag ein, der auch einstimmig angenommen wurde. ab diesem zeitpunkt entdeckten auch andere fraktionen das thema neu. trittbrettfahrer gibt es immer, damit muss man leben. dennoch dauerte rund weitere 5 monate bis man endlich das positive ergebnis verkünden konnte.
was will ich damit eigentlich sagen. vieles braucht zeit. oftmals dauert es mir viel zu lange. die alternative dazu wäre aber nur entnervt aufzugeben und mögliche lösungen so überhaupt nicht möglich zu machen. das problem ist nur, dass man das große wie das kleine kaum über einen so langen zeitraum vermitteln kann. wir haben allesamt verlernt geduldig zu sein und auch kleine fortschritte zu schätzen. alleine in den sozialen medien werden täglich mehrere hundert säue durch die dörfer getrieben.
visionen2025
wenn nun jemand bis hierher gelesen hat und sich überlegt vielleicht auch einen beitrag leisten zu wollen, dem / der möchte ich dieses projekt ans herz legen VISIONEN2025.mit diesem onlinetool wollen wir versuchen ideen und konzepte für die wirtschaft von morgen und übermorgen zu sammeln, ohne auf das heute zu vergessen. es funktioniert denkbar einfach und ist ein angebot sich niedrigschwellig zu beteiligen.
wir werden sehen wohin das führen wird.
Montag, 11. April 2016
das war das forward festival
wien ist um ein kreativfestival reicher und das ist gut so. endlich so ist man versucht zu sagen, ein festival bei dem es nicht um die veranstalter geht, sondern um den mehrwert für die besucher. drei tage lang wurde im rahmen des forward festivals jeweils in wien wie auch in münchen präsentiert und diskutiert und der erfolg gibt dem format recht, waren doch beide standorte ausverkauft.
zum dritten mal fand heuer das forward festival statt und hat sich in dieser kurzen zeit für mich zu einem fixtermin gemausert. genau so stell ich mir den austausch vor, solche speaker wünsch ich mir und eine bessere location wie das gartenbaukino kann man sich gar nicht vorstellen. was mich so begeisterte, war der breite ansatz, den man verfolgt, also wer und was nun alles als kreativer bzw. kreative leistung verstanden wird. bereiche an die ich selbst nie dachte, wie zb. die ausformung eines skater-pacours als kreative gestaltungstat.
mich faszinierten nicht nur "headliner" wie stefan sagmeister, der immer und überall ganze säle füllt, sondern die vielen jungen kreativstudios aus österreich (studio alpin, zwupp), die konsequent ihren weg gehen oder junge österreicherinnen (birgit palma), die im ausland kariere machen.
schonungslos wurde aufgezeigt, dass auf dauer nur qualität überleben wird, denn nur diese kann begeistern nur diese wirkt über alle grenzen hinweg. in diesem zuammenhang fand ich den vortrag von vice austria sehr interessant, die ja schon seit langem mehr sind als ein nischenmagazin. sie machen auch werbung und um das tun zu können, haben sie sich einem ganz eigenen firmeneigenen ethos verschrieben (ich hoffe, sie legen diesen bald auch auf die bezahlung ihrer mitarbeiter an), dabei gefiel mir dieses präsentationsfoto ziemlich gut, dass das derzeitige selbstverständnis vieler werber und werbeagenturen sehr gut zusammenfasst:
das führt mich direkt zu meinem persönlichen highlight des festivals zum vortrag von erik kessels. ich folge seiner agentur kesselskramer schon seit vielen jahren. seine bücher stehen bei uns im büro im regal und seine arbeiten sind eine echte inspiration für das eigene tun. humorvoll und beschwingt führte er durch ein paar seiner arbeiten und vergaß dabei nicht zu erklären, warum man das so oder so löste.
diese suche nach einer tollen idee und dass diese zumeist einfach zu finden ist, wenn man sein denken nicht zu sehr verkompliziert, ist bei erik kessels mehr als nur arbeit und genau das wurde spürbar. diese botschaft dem durchaus jungen publikum mit auf den weg zu geben, zahlte sich aus, zieht man zwischenapplaus und die begeisterung am ende des vortrages als messlatte heran.
ich denke, ich gehe nicht zu weit, wenn ich der meinung bin, dass es gut war, dass die fachgruppe werbung wien dieses festival auch gegen interne widerstände finanziell unterstützt hat. es füllt eine lücke, die schon seit jahren vorhanden war und nun endlich von zwei jungen kreativen geschlossen wurde. danke dafür an othmar handl und lukas kauer.
Donnerstag, 17. März 2016
was treibt uns eigentlich an?
gerade habe ich gesehen, dass mein letzter blogbeitrag 4 monate alt ist. es scheint fast, als wäre vier monate lang nichts los gewesen, aber das gegenteil ist der fall.
man steckt im hamsterrad, jongliert viele bälle in der luft und dann bleiben dinge wie dieser blog übrig und man kann es nur bedauern.
warum ist das so?
da ist zum einen die arbeit selbst. die branche in der ich arbeite steckt in schwierigkeiten, in großen schwierigkeiten wie ich meine. die honorare sinken, bei gleichzeitig steigenden erwartungshaltungen. es gibt einen ungeheuren gap zwischen ein paar dutzend größeren agenturen und 99% der kreativen der branche. dieser gap drückt sich philosophisch aus, aber auch in der art wie man mit kunden umgeht, sie betreut und leistungen für diese abrechnet.
ich engagiere mich aber auch in der standesvertretung und wenn man das ernst nimmt und tatsächlich etwas bewegen will, dann werden die arbeitskreise immer mehr, in denen man sitzt, dann werden die gremien mehr, in denen man mitreden darf, dann werden die projekte größer, die man bewältigen möchte. und weil ich schnell bemerkte, dass die arbeit in der wirtschaftskammer bzw. in der fachgruppe werbung wien strukturen unterworfen ist, die mit dem wort konservativ noch schmeichelhaft umschrieben sind, gründete ich mit gleichgesinnten vor rund 3 1/2 jahren die initiative neue wirtschaft. auch das kostet natürlich zeit, wenn man etwas bewegen will.
und das will ich. auch nach fachgruppenausschusssitzungen wie der letzten, bei der wieder große ideologische unterschiede offenbar wurden.
vom wirtschaftsbund und seiner noch immer unter dem trauma des amstverlustes leidenden fraktionsvorsitzenden kraft-kinz ist nicht viel zu erwarten, der stinkefinger von kollegen florian lazslo war noch der wertvollste debattenbeitrag und sagt viel über bürgerliche manieren und erziehung aus.
anders zu bewerten sind meine freunde von den unos. sie haben sich neu ausgerichtet oder aber haben auch einfach wieder zu ihrem ursprung zurück gefunden, genau weiß ich das nicht. konkretes höre ich leider kaum von ihnen, also von einer idee für die branche, eine initiative die wir gemeinsam angehen könnten, zum nutzen der rund 10.000 mitglieder der fachgruppe werbung. ich höre und lese jedoch viel von zwang. es geht um zwangsmitglieder, zwangsbeiträge, zwangsveranstaltungen, zwangssponsoring, zwangsbildung, zwangsservive, zwangspublikationen und um zwangs-was-weiß-ich. das ist schon ein wenig manisch. ich kann verstehen, dass man dem system wirtschaftskammer skeptisch bis sogar ablehnend gegenüber steht. wenn man dann aber einen jeden beschluss, den man als fachgruppe beschließen möchte, ablehnt, weil man dafür "zwangsbeiträge" verwenden müsste, dann wird es unsinnig. wenn dann sogar versuche wirklich sinnvolle weiterbildungsmöglichkeiten für unsere mitglieder zu schaffen, als zwangsbildungs diffamiert werden, dann wird es skurril. ich stehe sicherlich nicht für die verschwendung von beiträgen, aber ich bin sehr dafür, dass wir das geld der mitglieder der fachgruppe, das wir nach besten wissen und gewissen verwalten, an die mitglieder in verschiedenster form wieder zurückfließen lassen. ein sparverein sind wir nicht. darum konzipieren wir eigene veranstaltungsformate wie welcome lounge, kreativfrühstück, medientalk oder den tag der marktkommunikation und jeder der das professionell macht, weiß, das kostet geld. und gerade als fachgruppe werbung sollten wir kein preisdumping begehen, sondern faire honorare für dienstleitungen bezahlen.

das führt mich zu zwei beispielen aus den letzten monaten, die sehr exemplarisch für den sittenverfall stehen, mit dem wir so sehr zu kämpfen haben. es geht nicht zum ersten mal um ausschreibungen und um sogenannte wettbewerbe, die ordentliche pitches ersetzen.
da gab es zum einen die "ausschreibung" des volkstheaters, die mich zu einer reaktion in den sozialen medien veranlasste. daraufhin holte das branchenmagazin horizont weitere stellungnahmen ein. die erklärungen des volkstheaters, haben mich ein weiteres mal zu tiefst verärgert, weil sie aufzeigen, wie wenig grundlegendes verständnis es für kreative dienstleistungen gibt. der hinweis, man würde entgegen der eigenen aussschreibung ja "nur"studierende suchen, offenbart ein grundlegendes moralisches problem, das wir entschieden aus der welt schaffen müssen. am ende des tages steht ein kreatives werk, das man verwenden will. es ist vordergründig vollkommen irrelevant, von wem es erbracht wurde. der wert besteht im nutzen des werkes, seiner anwendung und hängt natürlich auch von der größe des auftragsgebers ab. dass man basics wie honorar und nutzungsrechte, copyrights nicht auseinanderhalten kann, gehört leider zum gesamtbefund dazu.
ein monat später lässt mich der horizont selbst verzweifeln, lobt er doch einen "wettbewerb" aus, den es in dieser form nicht geben dürfte. immer dann wenn statt geld, gutscheine, ruhm und ehre versprochen werden, dann ist das kein wettbewerb, an dem man teilnehmen sollte. dass sich ein namhafter vertreter der branche daran beteiligt und ein branchenblatt das ganze bewirbt macht es nicht besser, ganz im gegenteil. auch hier werden kreative dienstleister wie selbstverständlich mit fans und hobbygrafikern in einen topf geschmissen, womit wohl der wert der arbeit gemindert werden soll.
als interessensvertretung dürfen wir nicht länger zusehen, wie diese missstände immer häufiger und breiter auftreten, daher freut es mich sehr, dass wir auf diesem feld wieder aktiv werden wollen. als fraktion team werbung wien, haben wir ja versucht den schwarzen schafen der branche weiterhin auf den fersen zu bleiben.
zum schlusss wieder an den anfang, zu den vielen gremien und aufgaben, die man annimmt. ich wurde in den vorstand der wiener gebietskrankenkasse entsandt und will mich dort vor allem um das thema werkverträge / subunternehmertum / scheinselbständige annehmen. der wandel in unserer branche, aber auch in der arbeitswelt an sich bringt neue formen der arbeit mit sich. viele davon entstehen aus der not oder sind unter den derzeitigen strukuren nicht mehr anders bewältigbar. daher will ich mich für jene kolleginnen und kollegen einsetzen, die von der wiener gebietskrankenkasse geprüft wurden und deren werkverträge nicht anerkannt wurden. ich meine damit vor allem jene, die als epu oder microunternehmen freelancer beschäftigen, um einzelne projekte umsetzen zu können. hier brauchen wir mehr verständnis der gkk und einen dialog der lösungen ermöglicht, die nicht den finanziellen ruin der betroffenen bedeuten.
es gibt noch viel zu tun. das treibt an.
man steckt im hamsterrad, jongliert viele bälle in der luft und dann bleiben dinge wie dieser blog übrig und man kann es nur bedauern.
warum ist das so?
da ist zum einen die arbeit selbst. die branche in der ich arbeite steckt in schwierigkeiten, in großen schwierigkeiten wie ich meine. die honorare sinken, bei gleichzeitig steigenden erwartungshaltungen. es gibt einen ungeheuren gap zwischen ein paar dutzend größeren agenturen und 99% der kreativen der branche. dieser gap drückt sich philosophisch aus, aber auch in der art wie man mit kunden umgeht, sie betreut und leistungen für diese abrechnet.
ich engagiere mich aber auch in der standesvertretung und wenn man das ernst nimmt und tatsächlich etwas bewegen will, dann werden die arbeitskreise immer mehr, in denen man sitzt, dann werden die gremien mehr, in denen man mitreden darf, dann werden die projekte größer, die man bewältigen möchte. und weil ich schnell bemerkte, dass die arbeit in der wirtschaftskammer bzw. in der fachgruppe werbung wien strukturen unterworfen ist, die mit dem wort konservativ noch schmeichelhaft umschrieben sind, gründete ich mit gleichgesinnten vor rund 3 1/2 jahren die initiative neue wirtschaft. auch das kostet natürlich zeit, wenn man etwas bewegen will.
und das will ich. auch nach fachgruppenausschusssitzungen wie der letzten, bei der wieder große ideologische unterschiede offenbar wurden.
fachgruppenausschuss
vom wirtschaftsbund und seiner noch immer unter dem trauma des amstverlustes leidenden fraktionsvorsitzenden kraft-kinz ist nicht viel zu erwarten, der stinkefinger von kollegen florian lazslo war noch der wertvollste debattenbeitrag und sagt viel über bürgerliche manieren und erziehung aus.
anders zu bewerten sind meine freunde von den unos. sie haben sich neu ausgerichtet oder aber haben auch einfach wieder zu ihrem ursprung zurück gefunden, genau weiß ich das nicht. konkretes höre ich leider kaum von ihnen, also von einer idee für die branche, eine initiative die wir gemeinsam angehen könnten, zum nutzen der rund 10.000 mitglieder der fachgruppe werbung. ich höre und lese jedoch viel von zwang. es geht um zwangsmitglieder, zwangsbeiträge, zwangsveranstaltungen, zwangssponsoring, zwangsbildung, zwangsservive, zwangspublikationen und um zwangs-was-weiß-ich. das ist schon ein wenig manisch. ich kann verstehen, dass man dem system wirtschaftskammer skeptisch bis sogar ablehnend gegenüber steht. wenn man dann aber einen jeden beschluss, den man als fachgruppe beschließen möchte, ablehnt, weil man dafür "zwangsbeiträge" verwenden müsste, dann wird es unsinnig. wenn dann sogar versuche wirklich sinnvolle weiterbildungsmöglichkeiten für unsere mitglieder zu schaffen, als zwangsbildungs diffamiert werden, dann wird es skurril. ich stehe sicherlich nicht für die verschwendung von beiträgen, aber ich bin sehr dafür, dass wir das geld der mitglieder der fachgruppe, das wir nach besten wissen und gewissen verwalten, an die mitglieder in verschiedenster form wieder zurückfließen lassen. ein sparverein sind wir nicht. darum konzipieren wir eigene veranstaltungsformate wie welcome lounge, kreativfrühstück, medientalk oder den tag der marktkommunikation und jeder der das professionell macht, weiß, das kostet geld. und gerade als fachgruppe werbung sollten wir kein preisdumping begehen, sondern faire honorare für dienstleitungen bezahlen.
schwarze schafe
das führt mich zu zwei beispielen aus den letzten monaten, die sehr exemplarisch für den sittenverfall stehen, mit dem wir so sehr zu kämpfen haben. es geht nicht zum ersten mal um ausschreibungen und um sogenannte wettbewerbe, die ordentliche pitches ersetzen.
da gab es zum einen die "ausschreibung" des volkstheaters, die mich zu einer reaktion in den sozialen medien veranlasste. daraufhin holte das branchenmagazin horizont weitere stellungnahmen ein. die erklärungen des volkstheaters, haben mich ein weiteres mal zu tiefst verärgert, weil sie aufzeigen, wie wenig grundlegendes verständnis es für kreative dienstleistungen gibt. der hinweis, man würde entgegen der eigenen aussschreibung ja "nur"studierende suchen, offenbart ein grundlegendes moralisches problem, das wir entschieden aus der welt schaffen müssen. am ende des tages steht ein kreatives werk, das man verwenden will. es ist vordergründig vollkommen irrelevant, von wem es erbracht wurde. der wert besteht im nutzen des werkes, seiner anwendung und hängt natürlich auch von der größe des auftragsgebers ab. dass man basics wie honorar und nutzungsrechte, copyrights nicht auseinanderhalten kann, gehört leider zum gesamtbefund dazu.
ein monat später lässt mich der horizont selbst verzweifeln, lobt er doch einen "wettbewerb" aus, den es in dieser form nicht geben dürfte. immer dann wenn statt geld, gutscheine, ruhm und ehre versprochen werden, dann ist das kein wettbewerb, an dem man teilnehmen sollte. dass sich ein namhafter vertreter der branche daran beteiligt und ein branchenblatt das ganze bewirbt macht es nicht besser, ganz im gegenteil. auch hier werden kreative dienstleister wie selbstverständlich mit fans und hobbygrafikern in einen topf geschmissen, womit wohl der wert der arbeit gemindert werden soll.
als interessensvertretung dürfen wir nicht länger zusehen, wie diese missstände immer häufiger und breiter auftreten, daher freut es mich sehr, dass wir auf diesem feld wieder aktiv werden wollen. als fraktion team werbung wien, haben wir ja versucht den schwarzen schafen der branche weiterhin auf den fersen zu bleiben.
wiener gebietskrankenkasse
zum schlusss wieder an den anfang, zu den vielen gremien und aufgaben, die man annimmt. ich wurde in den vorstand der wiener gebietskrankenkasse entsandt und will mich dort vor allem um das thema werkverträge / subunternehmertum / scheinselbständige annehmen. der wandel in unserer branche, aber auch in der arbeitswelt an sich bringt neue formen der arbeit mit sich. viele davon entstehen aus der not oder sind unter den derzeitigen strukuren nicht mehr anders bewältigbar. daher will ich mich für jene kolleginnen und kollegen einsetzen, die von der wiener gebietskrankenkasse geprüft wurden und deren werkverträge nicht anerkannt wurden. ich meine damit vor allem jene, die als epu oder microunternehmen freelancer beschäftigen, um einzelne projekte umsetzen zu können. hier brauchen wir mehr verständnis der gkk und einen dialog der lösungen ermöglicht, die nicht den finanziellen ruin der betroffenen bedeuten.
es gibt noch viel zu tun. das treibt an.
Dienstag, 20. Oktober 2015
fachverband werbung eine neue erfahrung
diesmal wird es ein wenig länger.
letzten mittwoch und donnerstag durfte ich bei der ersten arbeitssitzung des fachverbandes werbung teilnehmen und ich bin dankbar dafür, denn es hat mir gezeigt, dass es noch jede menge zu tun gibt, um unsere branche neu aufzustellen und vor allem einen neuen glaubwürdigen zeitgeist zu etablieren. vorweg möchte ich festhalten, dass es ein sehr kollegiales klima gibt und die kolleginnen und kollegen aus den bundesländer wirklich viel tolles und bemerkenswertes umsetzen, davon sollten wir uns in wien einiges abschneiden.
zugleich hat es mir gezeigt, wie sehr die neuen mehrheiten in wien der standesvertretung gut tun.
ich möchte das anhand von zwei beispielen illustrieren, die auch in der sitzung einen breiten raum eingenommen haben.
8 bundesländer, also alle bis auf wien, veranstalten als fachgruppen in der wirtschaftskammer landeswerbepreise. nun gibt es den aus sicht der bundesländer nachvollziehbaren wunsch, den gewinnern dieser landespreise eine zusätzliche bühne zu geben. ich kann das, wie gesagt aus sicht der regionalen werbewirtschaft wirklich gut verstehen, wenn ich mir jedoch das ungeheure überangebot an werbepreisen ansehe und dass diese immer mehr an reputation und relevanz verlieren, dann muss ich nüchtern feststellen, einen weiteren werbepreis braucht österreich nicht. abgesehen vom umstand, dass niemand die gewinner der landeswerbepreise daran hindert, bei nationalen werbepreisen, die es in österreich in hülle und fülle gibt (cca, web ad, columbus, effi, staatspreis werbung etc) teilzunehmen. ich will hier an dieser stelle auch gar nicht so weit in die tiefe gehen und mutmaßen, warum bei diesen wettbewerben zu einem großteil wiener agenturen und einreicher gewinnen. ich fand es daher auch wesentlich klüger, darauf zu drängen, den staatspreis werbung zu reformieren und damit auch den bundesländer mehr platz und raum für ihre arbeiten zu geben.
jetzt wird jedoch ausgeschrieben. man wünscht ein konzept. ein konzept für einen bundeswerbepreis (alle außer wien, vielleicht sollte man es daher auch eher bundeslandespreis nennen). für dieses konzept werden 20.000 euro ausgelobt. eine stolze summe dachte ich mir, für eine aufgabenstellung, die zb. der adc europe schon gelöst hat und wirklich anders wird man es nicht machen können (es geht hierbei nicht um das veranstaltungskonzept / design). was die sache jedoch mehr als skurril macht, ist der umstand, dass für einen etat von 20.000 nun ein rechtsanwaltbüro beauftragt wird, das diese "ausschreibung" durchführen soll und das kostet uns wohlfeile 15.000 euro. diese kammerlogik habe ich nicht mehr mitmachen können.
im november stehen wieder verhandlungen mit der gewerkschaft an und darum machte kollege stephan götz als obmann der fachgruppe wien das angebot an die kollegen, doch an einer modernen ausformung des kollektivvertrages mitzuwirken. es war also das angebot, inhalte mitzubestimmen, ohne deshalb auch einen kollektivvertrag abzuschließen.
die reaktionen haben mich in der intensität der ablehnung mehr als überrascht.
grundtenor: das brauchen wir nicht. was bringt uns das?
ich habe in der kürze der zeit versucht, drei argumente dafür vorzubringen.
1. die wirtschaftskammer ist teil der sozialpartnerschaft und eine der hauptaufgaben ist dabei die tarifautonomie, also das verhandeln von kollektivverträgen.
2. das neue bundesbeschaffungsgesetz setzt auf das bestbieterprinzip, dazu gehört kein sozial- und lohndumping zu betreiben, keinen kollektivvertrag zu haben, könnte so ausgelegt werden.
3. wenn wir eine lösung bei der wichtigen frage der werkverträge haben wollen, dann müssen wir unserem gegenüber auch etwas anbieten. ein bundesweiter kollektivvertrag wäre ein aus meiner sicht interessantes angebot.
heute möchte ich weitere argumente dafür vorbringen.
wenn wir als branche den verfall der honorare beklagen und von unseren kunden die anerkennung unserer dienstleistungen einfordern und uns darüber gedanken machen, den wert unserer arbeit zu bewerben, um dafür ein bewusstsein zu schaffen und gleichzeitig daran arbeiten wollen, honorarrichtlinien also mindeststandards zu erarbeiten, dann halte ich es für nicht sehr wahrhaftig, wenn wir solche mindeststandards nicht auch für unsere mitarbeiter zulassen wollen. wie können wir etwas von unseren kunden verlangen, das wir nicht bereit sind unseren mitarbeitern zu gewähren? welches mindestmaß an wertschätzung ihrer arbeit bringen wir ihnen entgegen?
weiteres wichtiges argument. ein kollektivvertrag regelt die mindeststandards unter denen wir als unternehmer arbeiten. das stellt fairness unter uns unternehmern her. wie könnte zb. ein kleines KMU gegen eine großagentur bestehen, wenn diese mit 100 schlecht bezahlten mitarbeitern gegen sie in einem pitch antritt?
als gegenargument wurde gebracht, dass ja ein großteil der branche sowieso nur aus EPU bestehen würde und diese ja keinen kollektivvertrag bräuchten. eine wirkliche begründung ist das nicht, denn wir vertreten ja 100% unserer mitglieder und nicht nur mehrheiten oder minderheiten. abgesehen davon ist es auch inhaltlich falsch, denn ein kollektivvertrag hat natürlich auch direkte auswirkungen für EPU. und zwar wenn sie als freelancer am markt tätig sind. denn die durchschnittliche bezahlung der branche ist auch ihr honorar, das sie verlangen können.
was mich aber wirklich geärgert hat, war die einstellung dazu. wenn man als branche wirklich glaubt, seinem verhandlungsgegenüber nichts anbieten zu müssen und gleichzeitig sein entgegenkommen erwartet, dann ist das entweder reichlich naiv oder aber man ist gar nicht an einer regelung interessiert. die situation bei werkverträgen und subunternehmern schreit aber nach einer lösung. davon sind alle in der branche betroffen, vom EPU bis hin zur größten agentur des landes.
davon abgesehen ist uns auch etwas sehr tolles gelungen, ein beschluss für die reform der gewerbeordnung, der berufsbilder.
an dieser reform wird schon lange gearbeitet und als ein erster entwurf im mai 2014 vorgelegt wurde, haben wir von team werbung wien auch sehr schnell erkannt, dass das nicht der weisheit letzter schluss sein kann. von 14 gewerbescheine auf 12 zu reduzieren klang uns doch zu sehr nach wirtschaftskammer. entfesseln geht anders, meinten wir und machten den vorschlag auf einen zu reduzieren, wenn es die umstände erfordern auf max. 3. das kann man auch hier nachlesen: http://teamwerbung.wien/Ideen#Ideen6
jetzt haben wir es nach einer sitzung in der zuständigen arbeitsgruppe geschafft einen wirklichen meilenstein dem fachverband vorzulegen und dieser wurde auch einstimmig angenommen: beibehaltung der berufsbilder, bzw. sogar deren ausweitung und reduktion der gewerbescheine auf nur mehr zwei. das freut mich wirklich außerordentlich, denn es wird für unsere mitglieder eine wirkliche erleichterung werden. ich bin mir auch sehr sicher, dass bedenkenträger, die es sicherlich geben wird, diese reform nicht werden aufhalten können. sollte es versuche dazu geben, freue ich mich auf die auseinandersetzung. das dieser prozess bis 2018 in anspruch nehmen wird, zeigt einmal mehr, wie schwer es in österreich ist, zeitgemäße reformen schnell umzusetzen.
zum schluss möchte ich mich bei den mitgliedern des fachverbandes dafür bedanken, dass sie mich einstimmig zum berufsgruppensprecher für graphic design gewählt haben. ich freue mich persönlich sehr darauf für diese wichtige berufsgruppe in unserer branche tätig werden zu können. die eine oder andere idee hätte ich schon, dazu mehr beim nächsten mal.
letzten mittwoch und donnerstag durfte ich bei der ersten arbeitssitzung des fachverbandes werbung teilnehmen und ich bin dankbar dafür, denn es hat mir gezeigt, dass es noch jede menge zu tun gibt, um unsere branche neu aufzustellen und vor allem einen neuen glaubwürdigen zeitgeist zu etablieren. vorweg möchte ich festhalten, dass es ein sehr kollegiales klima gibt und die kolleginnen und kollegen aus den bundesländer wirklich viel tolles und bemerkenswertes umsetzen, davon sollten wir uns in wien einiges abschneiden.
zugleich hat es mir gezeigt, wie sehr die neuen mehrheiten in wien der standesvertretung gut tun.
ich möchte das anhand von zwei beispielen illustrieren, die auch in der sitzung einen breiten raum eingenommen haben.
1. ein bundeswerbepreis muss her, findet die mehrheit im fachverband
worum geht es?8 bundesländer, also alle bis auf wien, veranstalten als fachgruppen in der wirtschaftskammer landeswerbepreise. nun gibt es den aus sicht der bundesländer nachvollziehbaren wunsch, den gewinnern dieser landespreise eine zusätzliche bühne zu geben. ich kann das, wie gesagt aus sicht der regionalen werbewirtschaft wirklich gut verstehen, wenn ich mir jedoch das ungeheure überangebot an werbepreisen ansehe und dass diese immer mehr an reputation und relevanz verlieren, dann muss ich nüchtern feststellen, einen weiteren werbepreis braucht österreich nicht. abgesehen vom umstand, dass niemand die gewinner der landeswerbepreise daran hindert, bei nationalen werbepreisen, die es in österreich in hülle und fülle gibt (cca, web ad, columbus, effi, staatspreis werbung etc) teilzunehmen. ich will hier an dieser stelle auch gar nicht so weit in die tiefe gehen und mutmaßen, warum bei diesen wettbewerben zu einem großteil wiener agenturen und einreicher gewinnen. ich fand es daher auch wesentlich klüger, darauf zu drängen, den staatspreis werbung zu reformieren und damit auch den bundesländer mehr platz und raum für ihre arbeiten zu geben.
jetzt wird jedoch ausgeschrieben. man wünscht ein konzept. ein konzept für einen bundeswerbepreis (alle außer wien, vielleicht sollte man es daher auch eher bundeslandespreis nennen). für dieses konzept werden 20.000 euro ausgelobt. eine stolze summe dachte ich mir, für eine aufgabenstellung, die zb. der adc europe schon gelöst hat und wirklich anders wird man es nicht machen können (es geht hierbei nicht um das veranstaltungskonzept / design). was die sache jedoch mehr als skurril macht, ist der umstand, dass für einen etat von 20.000 nun ein rechtsanwaltbüro beauftragt wird, das diese "ausschreibung" durchführen soll und das kostet uns wohlfeile 15.000 euro. diese kammerlogik habe ich nicht mehr mitmachen können.
2. kollektivvertrag
die gesamte branche beschäftigt rund 26.000 mitarbeiter, 13.000 davon in wien. wien ist das einzige bundesland, das einen kollektivvertrag für die werbe- & kommunikationsbranche hat. es hat dem standort bisher, wie die erfolge zeigen, nicht geschadet. damit wir wissen wovon wir reden: das mindestgehalt liegt bei rund 1.450 euro brutto im monat, das sind ca 1.130 netto im monat.im november stehen wieder verhandlungen mit der gewerkschaft an und darum machte kollege stephan götz als obmann der fachgruppe wien das angebot an die kollegen, doch an einer modernen ausformung des kollektivvertrages mitzuwirken. es war also das angebot, inhalte mitzubestimmen, ohne deshalb auch einen kollektivvertrag abzuschließen.
die reaktionen haben mich in der intensität der ablehnung mehr als überrascht.
grundtenor: das brauchen wir nicht. was bringt uns das?
ich habe in der kürze der zeit versucht, drei argumente dafür vorzubringen.
1. die wirtschaftskammer ist teil der sozialpartnerschaft und eine der hauptaufgaben ist dabei die tarifautonomie, also das verhandeln von kollektivverträgen.
2. das neue bundesbeschaffungsgesetz setzt auf das bestbieterprinzip, dazu gehört kein sozial- und lohndumping zu betreiben, keinen kollektivvertrag zu haben, könnte so ausgelegt werden.
3. wenn wir eine lösung bei der wichtigen frage der werkverträge haben wollen, dann müssen wir unserem gegenüber auch etwas anbieten. ein bundesweiter kollektivvertrag wäre ein aus meiner sicht interessantes angebot.
heute möchte ich weitere argumente dafür vorbringen.
wenn wir als branche den verfall der honorare beklagen und von unseren kunden die anerkennung unserer dienstleistungen einfordern und uns darüber gedanken machen, den wert unserer arbeit zu bewerben, um dafür ein bewusstsein zu schaffen und gleichzeitig daran arbeiten wollen, honorarrichtlinien also mindeststandards zu erarbeiten, dann halte ich es für nicht sehr wahrhaftig, wenn wir solche mindeststandards nicht auch für unsere mitarbeiter zulassen wollen. wie können wir etwas von unseren kunden verlangen, das wir nicht bereit sind unseren mitarbeitern zu gewähren? welches mindestmaß an wertschätzung ihrer arbeit bringen wir ihnen entgegen?
weiteres wichtiges argument. ein kollektivvertrag regelt die mindeststandards unter denen wir als unternehmer arbeiten. das stellt fairness unter uns unternehmern her. wie könnte zb. ein kleines KMU gegen eine großagentur bestehen, wenn diese mit 100 schlecht bezahlten mitarbeitern gegen sie in einem pitch antritt?
als gegenargument wurde gebracht, dass ja ein großteil der branche sowieso nur aus EPU bestehen würde und diese ja keinen kollektivvertrag bräuchten. eine wirkliche begründung ist das nicht, denn wir vertreten ja 100% unserer mitglieder und nicht nur mehrheiten oder minderheiten. abgesehen davon ist es auch inhaltlich falsch, denn ein kollektivvertrag hat natürlich auch direkte auswirkungen für EPU. und zwar wenn sie als freelancer am markt tätig sind. denn die durchschnittliche bezahlung der branche ist auch ihr honorar, das sie verlangen können.
was mich aber wirklich geärgert hat, war die einstellung dazu. wenn man als branche wirklich glaubt, seinem verhandlungsgegenüber nichts anbieten zu müssen und gleichzeitig sein entgegenkommen erwartet, dann ist das entweder reichlich naiv oder aber man ist gar nicht an einer regelung interessiert. die situation bei werkverträgen und subunternehmern schreit aber nach einer lösung. davon sind alle in der branche betroffen, vom EPU bis hin zur größten agentur des landes.
davon abgesehen ist uns auch etwas sehr tolles gelungen, ein beschluss für die reform der gewerbeordnung, der berufsbilder.
an dieser reform wird schon lange gearbeitet und als ein erster entwurf im mai 2014 vorgelegt wurde, haben wir von team werbung wien auch sehr schnell erkannt, dass das nicht der weisheit letzter schluss sein kann. von 14 gewerbescheine auf 12 zu reduzieren klang uns doch zu sehr nach wirtschaftskammer. entfesseln geht anders, meinten wir und machten den vorschlag auf einen zu reduzieren, wenn es die umstände erfordern auf max. 3. das kann man auch hier nachlesen: http://teamwerbung.wien/Ideen#Ideen6
jetzt haben wir es nach einer sitzung in der zuständigen arbeitsgruppe geschafft einen wirklichen meilenstein dem fachverband vorzulegen und dieser wurde auch einstimmig angenommen: beibehaltung der berufsbilder, bzw. sogar deren ausweitung und reduktion der gewerbescheine auf nur mehr zwei. das freut mich wirklich außerordentlich, denn es wird für unsere mitglieder eine wirkliche erleichterung werden. ich bin mir auch sehr sicher, dass bedenkenträger, die es sicherlich geben wird, diese reform nicht werden aufhalten können. sollte es versuche dazu geben, freue ich mich auf die auseinandersetzung. das dieser prozess bis 2018 in anspruch nehmen wird, zeigt einmal mehr, wie schwer es in österreich ist, zeitgemäße reformen schnell umzusetzen.
zum schluss möchte ich mich bei den mitgliedern des fachverbandes dafür bedanken, dass sie mich einstimmig zum berufsgruppensprecher für graphic design gewählt haben. ich freue mich persönlich sehr darauf für diese wichtige berufsgruppe in unserer branche tätig werden zu können. die eine oder andere idee hätte ich schon, dazu mehr beim nächsten mal.
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