Montag, 22. November 2010

öbb pitch

es raschelt im gerüchtewald.
neuestes gerücht die öbb lassen pitchen. diese nehmen wohl ihre volkswirtschaftliche bedeutung ein wenig zu genau und laden angeblich 16 (sic!) agenturen ein.
sollte das stimmen, so frage ich mich, was soll das bitte?
was erwartet man sich von einem solchen herdenauftrieb oder abtrieb?
sollte es wahr sein, zeigt das einmal mehr, dass große unternehmen oft keine ahnung haben. mehr als 4 agenturen müsste man beim besten willen nicht einladen.

Mittwoch, 17. November 2010

eldorado social media

die zurzeit herrschende goldgräberstimmung rund um das thema social media erinnert mich häufig an second life. wie wichtig war es nicht für große marken dependancen in der zweiten virtuellen welt zu errichten. nach sinn oder vielmehr unsinn dieser tat fragte kaum wer.
ein paar kollegen machten das schnelle geld, doch ein wirklicher kommunikativer nutzen blieb nicht.

bei social media scheint ja alles am anfang leicht. weder muss man sich auf komplizierte art und weise einen avatar anlegen noch muss man durch eine virtuelle welt schreiten.
facebook, studi-vz & konsorten sind anerkannt, haben in summe mehrere hunderte millionen user, es müsste also ein leichtes sein diese zu erreichen. erfolgreiche beispiele machen die runde und motivieren zur nachahmung.

doch genau hier fängt es sich zu spießen an. man kann erfolg im web nicht punktgenau planen oder gar kopieren. eine social media kampagne für einen marken-underdog mag funktionieren, für einen staatlichen monopolisten aber nicht.
das einrichten von schnucken fb-seiten ist zwar nett, doch fragt man sich, was dann? und genau dieses "was dann?" steht überdimensional im raum, es lässt sich auch nicht ignorieren, die konkrete anzahl an freunden, an klicks und beiträgen ist nachweisbar, der nutzen, der sinn der ganzen aktion ist also mit händen greifbar.

für die kreativen dieser branche, die mehr sein wollen als reine dienstleister bzw. pflichterfüller kann damit eine neue ära anbrechen, denn damit social media kampagnen funktionieren, oder virale kampagnen braucht es gute ideen, braucht es vernetztes denken und es braucht vor allem kunden, die umdenken müssen.

es kann sehr gefährlich sein als unternehmen in der auslage zu stehen und einen dialog zwar zu beginnen, ihn aber nicht konsequent und vor allem empathisch zu ende zu führen. dann kann es einen spin geben und das gewünschte ergebnis kehrt sich in das gegenteil um.

und auch wenn eine fülle von neuen begriffen im raum stehen, damit herum geworfen wird, als gäbe es eine komplett neue sprache, die nur eingeweihte verstehen, verdichtet sich alles immer wieder zu einem einzigen wort - idee.
nichts kann eine gute idee ersetzen. alles andere, ob es nun social media heißt, web 2.0 oder viral, sind nur werkzeuge, um eine gute idee umzusetzen, ins rampenlicht zu stellen.
es ist wie beim kochen. ein schlechter koch kann auch mit 100 gewürzen nichts anfangen, daher endet man nicht selten bei fast food.

einen schönen interessanten beitrag zum thema warum eine social media kampagne nicht funktioniert, habe ich hier gefunden:

http://thebrandbuilder.wordpress.com/2010/10/29/why-your-social-media-marketing-campaigns-arent-working/

Montag, 1. November 2010

metablog teil2

ob das eine unendliche geschichte in vielen teilen werden wird?

eigentlich dachte ich, würde der nächste beitrag über die innovation des jahres den metablog auf der neuen website der fachgruppe werbung in der wirtschaftskammer wien, erst in ein paar monaten fällig werden, wenn man über erfolg oder misserfolg urteilen könne, doch das schicksal wollte es anders.

fassen wir noch einmal zusammen was der anspruch dieses metablogs sein soll.
er soll dem dialog zwischen fachgruppe werbung und den mitgliedern der fachgruppe dienen, durch einfließen von meinugen soll der fachgruppe ein breiteres meinungsbild gegeben werden.

ich war schon am tag der vorstellung skeptisch. meine meinung dazu habe ich in diesem blog dargestellt.
eine meiner ersten befürchtungen, die ich auch äußerte, war die der zensur. wer würde darüber entscheiden, welche inhalte über den metablog laufen dürften und welche nicht? was lassen wir als fachgruppe zu?
wie kann ein metablog dem dialog dienen?

der vorsitzende der fachgruppe kollege himmer und sein werter stellvertreter kollege drössler wollten davon nichts wissen, natürlich würde es keine zensur geben, sofern in den blogs nichts strafrechtlich relevantes stehen würde.

ich nahm also die beiden herrn und den gesamten ausschuss beim wort und begann diesen blog zu schreiben. für mich hat mein persönlicher blog mehrere aufgaben. zum einen will ich meine sicht der dinge wiedergeben, die mich zum thema werbung & kommunikation beschäftigen, zum anderen ist es für mich natürlich eine gute möglichkeit als gewählter vertreter der fachgruppe den mitgliedern, denen ich verpflichtet bin, meine sicht der dinge über die arbeit der fachgruppe mitzuteilen. täten wir das nicht, würde sich der sinn des blogs sehr schnell erübrigen. es darf also aus meiner sicht durchaus politisch sein. ein blick in den blog von kollegen drössler bestätigt mich in meiner annahme.

so denken wohl nicht alle.
denn mein blog wurde nach wenigen stunden wieder aus dem metablog entfernt.
warum entzieht sich meiner kenntnis, es wurde mir nicht mitgeteilt, aber das tun zensoren selten.

natürlich wollte ich mehr wissen und nach einigen emails hat sich auch der nebel gelichtet und ich wusste wer als blogwart, als oberste inhaltliche, wie moralische instanz den daumen nach unten richtete.
es war die werte kollegin zellinger. sie veranlasste die löschung meines blogs.
kollegin zellinger avancierte nur wenige wochen zuvor als vertreterin der kleinsten fraktion zur stellvertretenden vorsitzenden in der fachgruppe. manchen sagt man nach, dass sie mit  aufgaben wachsen könnten, diesen beweis muss sie wohl erst erbringen. zensurbehörde zu spielen, wird ihr dabei nicht helfen.
man ist versucht zu sagen, die grünen haben mit solchen dingen erfahrung, haben sie doch als basisdemokratische gruppierung zuerst auf ihrer website die möglichkeit der mitgliedschaft und somit stimmberechtigung geschaffen, um dieses recht dann flugs zu konterkarieren, als dies für manche alteingesessenen zu abstimmungsniederlagen hätte führen können. im vorstand der grünen wurde damals jeder antrag einzeln abgestimmt, hinter verschlossenen türen natürlich. grüne vorwahlen hieß das damals. ein offen denkender kopf wie christoph chorherr begrüßte die damalige initiative aus dem internet.

es werden sich nun einige fragen, warum mich das ganze überhaupt ärgert?
ich will antworten.

1. widerspricht dieses vorgehen dem selbst gesteckten zielen der fachgruppe. so wird es zu keinem dialog zwischen ausschuss und mitgliedern kommen können.

2. grundsätzliches - "freiheit ist die freiheit der andersdenkenden" diesen satz hat eine sehr mutige frau geprägt, ich kann mich ihm nur anschließen. dieser freiheit fühle ich mich sehr verpflichtet, es hat mich, ich stehe dazu, zur sozialdemokratie gebracht. mitglieder dieser meiner gesinnungsgemeinschaft haben sich für freie meinungsäußerung, freie wahlen, frauenwahlrecht und vieles mehr, einsperren lassen, umbringen lassen und in kzs systematisch töten lassen. diese möglichkeiten können wir nun alle nutzen, auch jene vertreter von politischen gruppierungen, die rund 100 jahre nach der sozialdemokratie das licht der welt erblickten. darum kann ich es nicht akzeptieren, dass eine einzelne person, als blogwart ohne beschlüsse, ohne begründung entscheiden will, welcher blog eingang in den metablog finden soll und welcher nicht.

3. darf es einfach nicht so sein, dass die fachgruppenwebsite einseitig nur die meinungen der beiden fraktionen wiedergibt, die zurzeit eine koaltiton bilden. die mitglieder der fachgruppe haben meiner meinung nach ein recht auf unterschiedliche meinungen und standpunkte. sie sollen wissen, wer wie abstimmt, sich wie für was einsetzt, sie sollen wissen, wofür man geld sinnvoll ausgibt oder sinnlos verschwendet.

3 gute gründe für meinen ärger, wie ich finde.

die nächste ausschusssitzung ist erst im jänner 2011, es wäre also genügend zeit sich zu besinnen.