Sonntag, 31. Oktober 2010

der wert eines pitches teil2

weil es zu meinem letzten beitrag passt, hier eine kurze zusamenfassung einer studie des gallup institutes

http://www.gallup.at/kma/images/stories/pitch.pdf

augenfällig sind die unterschiedlichen wahrnehmungen zwischen kunden und agenturen. ändert sich daran nichts, kann man es agenturen kaum verübeln, wenn sie nach dem motto agieren: take the money and run.

der wert eines pitches

die fachgruppe werbung in der wirtschaftskammer wien tritt seit einiger zeit gegen das phänomen auf gratis, also unentgeltlich, pitchen zu lassen.
letztes kampagnentool, das schon nach kurzer zeit einige unverfrorene praktiken ans tageslicht brachte, ist eine facebookseite http://www.facebook.com/gegenschwarzeschafe

firmen die für dienstleistungen, die in ihrem interesse erbracht werden, nichts zahlen wollen, offenbaren eine geisteshaltung, die nur wenig mit respekt und anstand zu tun hat. denn umgekehrt würden sie sich ein solches verhalten natürlich verbieten. was würde auch geschehen, wenn wir alle beginnen würden, dienstleistungen und produkte erst zu testen und nur für das "beste" etwas zu bezahlen? es wäre wohl eine form von wirtschaflicher anarchie.

dennoch bleibt der gratispitch nur ein teilaspekt.
der pitch an sich steckt in der krise. er betrifft ausschreibungen der öffentlichen hand ebenso, wie die privatwirtschaft, es geht um pitchberater, es geht um angebliche regeln, es geht jedoch vor allem darum worum eigentlich gepitcht wird.
an diesem punkt möchte ich ansetzen und meine werten kolleginnen und kollegen einladen es mir gleich zu tun.
für mich geht es um die präsentation von ideen, von strategien, aber nicht um das herzeigen von handwerklichen fähigkeiten. die wollen wir alle mal voraussetzen.
würde dieser grundgedanke bei uns allen fest verankert sein, würden wir als kreative auch viel leichter argumentieren können, wofür man bezahlt. wahrscheinlich würde man sich aber auch schon während eines pitches diskussionen über fotomoods und schriftgrößen ersparen. eine gute idee wird durch solche diskussionen weder besser noch schlechter, vor allem aber lenkt es ab. es lenkt vom entscheidenden ab. vom kern, vom eigentlichen grund warum überhaupt agenturen antreten, um für einen zukünftigen kunden zu arbeiten.

das kreative schaffen sollte also selbstbewusst im mittelpunkt stehen. wenn wir das alle verinnerlichen, würden sich viele fragen von selbst lösen.

Montag, 11. Oktober 2010

metablog

es kreisten die berge und gebaren ein mäuschen.
an diesen spruch wurde ich erinnert, als ich mitte september die neue groß angekündigte website der fachgruppe werbung präsentiert bekam.
geplant war eine neue web 2.0 - interaktive - dialogwebsite.
von dieser ist nicht viel übrig geblieben. das einzig neue ist ein sogenannter metablog, der als draht zu den mitglieder der fachgruppe funktionieren soll.
gesucht werden also werber, pr-experten und andere der fachgruppe, die bloggen. diese blogs werden dann auf der fachgruppenwebsite angezeigt und sollen zu einem internen diskurs führen.
das mag interessant sein und den einen oder anderen denkanstoß geben, ein dialog zwischen wirtschaftskammer und mitgliedern sieht für mich dennoch anders aus. von serviceleistungen ist man damit sogar sehr weit weg.
eine website einer fachgruppe die meiner meinung nach wirklich gelungen ist und vieles bietet, ist jene der fachgruppe werbung steiermark: www.werbe.at
viel geld (ob ich die genaue summe nennen darf, ist unklar, es ist mehr als 20 000,- aber weniger als 30 000 euro, wer in der mitte sein glück sucht, wird es finden) wurde also für das modul eines metablogs ausgegeben, denn das neue screendesign, das nun online geht, ist zwar eine spur besser, als das alte, es wäre aber nicht zwingend notwendig gewesen, da sich ja ansonsten kaum etwas geändert hat.
so haben wir also eine neue website auf wordpressbasis, einen metablog und etliche euros weniger.
hat sich das wirklich ausgezahlt?
liebe fachgruppengemeinde - was ist ein metablog wert?
wer von euch hätte uns das auch anbieten können?

Montag, 4. Oktober 2010

ruhm & ehre

ein virus greift um sich.
es wird ausgesandt, um großes zu bewirken.
die rede ist vom virus der kreativen ideenwettbewerbe.
damit wir uns richtig verstehen, damit sind nicht awards oder ähnliches gemeint, sondern die banalen schlichten versuche von kleinen bis ganz großen unternehmen, billig, billigst und ganz gratis zu ideen zu kommen.

gewunken wird oft mit den begriffen ruhm & ehre, es scheint ja auch sehr verlockend. endlich ein großer kunde als referenz, endlich im scheinwerferlicht stehen, endlich bekanntheit.
doch ist das so?
ich denke nicht, doch selbst wenn es so wäre, man tut sich damit keinen gefallen. man verschenkt das größte gut, das kreative haben - ideen.
ideen machen kreative zu kreative, ansonsten wird man zum handwerker degradiert.
ich gebe gerne zu, wir alle tragen ständig zu diesem sittenverfall bei. wir pitchen gratis um an aufträge zu kommen, wir verlangen nichts mehr für ideen, weil das so schwierig dem kunden zu vermitteln ist, wir beraten immer weniger und werden somit zu erfüllungsgehilfen.
die konsequenzen folgen. wenn man keine kreativen mehr braucht, um an ideen zu gelangen, genügen auch grafische handwerker, die brav die konzepte der marketingabteilungen abarbeiten. eine gefährliche spirale nach unten, die unsere gesamte branche erfasst.

anlass für diese ausführungen ist ein wettbewerb, den red bull gerade veranstaltet: http://www.redbull.com/cs/Satellite/de_AT/Red-Bull-Best-Ad-Contest/001242900367357

sie geben offen und unumwunden zu, dass ihnen die ideen für ihre kleinen spots ausgehen. an sich ein armutszeugnis für die betreuende agentur, die bei diesem spektakel brav mitmacht.
ich freue mich schon auf die bekanntgabe der "kleinen überraschung" die es neben ruhm und ehre noch geben soll.

ich werde dieses beispiel auf jeden fall wieder in die fachgruppe werbung einbringen, denn dieses scheinbar gute, ist eine mogelpackung der superlative.